Über uns

Wir sind seit über 40 Jahren ein unzertrennliches Team. Zuerst Heirat 1970 – Ab 1973 Aufbau einer eigenen Firma – 1997 Gründung von Astro-Team mit Sitz in Baden, jetzt Sitz in CH-5426 Lengnau / AG.
Wir beschäftigen uns beide seit frühster Jugend mit geistigen, spirituellen und philosophischen Fragen.
Kurse und Seminare geben wir vorwiegend in Baden und Zurzach, aber bei Bedarf auch in anderen Landesteilen, sowie in Deutschland und Österreich.

Zu unserer Person:

Heidi Roth

  • Selbständige Unternehmerin seit 1973

  • Astrologin

  • Spezialgebiet: Astrologische Gartengestaltung

  • Bachblütenberaterin

  • Organisation von Vorträgen, Seminaren und Beratungen

Beat Roth

  • Selbständiger Unternehmer seit 1973

  • Astrologisch Psychologischer Berater Dipl. API

  • Beraterpraxis seit 1993

  • Fachlehrer für Astrologische Psychologie

  • Studium der Astrologie seit über 30 Jahren. Zunächst klassische Astrologie dann Kosmobiologie, Münchner Rhythmenlehre und später Astrologische Psychologie.

  • Weiterbildung in Humanistischer Psychologie, im Besonderen Transaktionsanalyse (TA)




An dieser Stelle erscheinen in loser Folge Artikel über geistige Hintergründe menschlichen Seins.




Gefühl – Empfindung

Beat Roth,


Viele Menschen sehen in der Empfindung und dem Gefühl keinen Unterschied ausser dem sprachlichen. Doch in Wirklichkeit verhält es sich anders, denn Gefühl und Empfindung trennen Welten. In den beiden Begriffen ist klar eine Polarität zu erkennen, welche naturgemäss Gegenteiliges zum Ausdruck bringt. Astrologisch ausgedrückt steht das Gefühl der Empfindung oppositionär gegenüber. Während die Empfindung als Sprache des Geistes betrachtet werden kann, ist das Gefühl die Sprache des Verstandes. Es stehen sich somit eine geistige und eine stoffliche Komponente gegenüber, die zu einer Synthese zusammengeführt werden müssen.
Damit der menschliche Geist, das Wesen, das wir symbolisch im Kreis in der Mitte des Horoskops darstellen, in der Stofflichkeit inkarnieren und sich betätigen kann, bedarf es mehrerer Hüllen. Sie sind alle wie bei einem Teleskop ineinander geschoben und stehen in Beziehungen zueinander, sind aber nicht fest verbunden. Die äusserste Hülle ist unser Erdenkörper.
Damit uns ein geistiges Wollen bewusst werden kann, bedarf es in der Stofflichkeit der Hilfe des Gehirns. Unser Kern steht durch die Seele mit dem Sonnengeflecht (Solar Plexus) in Verbindung und sendet seinen Impuls in Form einer Kraftwelle über das Sonnengeflecht zum Kleinhirn, das dadurch beeindruckt wird. Das kleine Gehirn nun formt den Eindruck zu einem Bild, das dem Willen der vom Geist ausgestrahlten Kraftwelle entspricht. Ein Bild ohne Worte. Das Vorderhirn nimmt dieses Bild auf und sucht es in Worten zu beschreiben, wodurch die Gedanken entstehen, die dann in der Sprache, der Schrift oder auch in der Tat zum Ausdruck kommen. Die Empfindung ist also die Folge der Tätigkeit des Geistes und äussert sich als reine Bildersprache. Auch C. G. Jung sagte: “Das Denken in Bildern und Farben ist die Sprache der Seele“.
Das Gefühl hingegen wird vom Vorderhirn erzeugt, indem unsere Gedanken auf die Nerven unseres Körpers einwirken und diese wiederum in der Rückstrahlung dann die Phantasie erzeugen. Bilder der Phantasie werden also nur durch das Vorderhirn erzeugt und sind deshalb nicht zu vergleichen mit den Bildern, die aus dem Geiste stammen.
Wenn jedoch eine Kraftwelle aus dem Geist durch das Gehirn in Gedanken umgewandelt wird, entsteht in der Folge ein Gefühl, das von der Empfindung durchdrungen ist. So ist der natürliche Vorgang.
Bei Empfindungsbildern erscheint also zuerst das Bild unmittelbar und geht erst dann in Gedanken über, während es bei den durch das Vorderhirn erzeugten Bildern genau umgekehrt ist, hier sind zuerst die Gedanken vorhanden.
Gefühl ist also wie das Gehirn an Raum und Zeit gebunden, während die reine Empfindung zur geistigen Ebene gehört und keine Begrenzung kennt. Die Unterscheidung von Gefühl und Empfindung ist nun für den Einzelnen nicht immer leicht oder überhaupt nicht möglich, weil dies ganz von der eigenen Entwicklung abhängt. Materialistisch eingestellte Menschen haben es besonders schwer, weil die Tendenz, alles nur vom Verstand aus zu betrachten, sehr gross ist. Sie blocken ihre eigene Empfindung ab und leben fast ausschliesslich nur in ihrer Gedanken- und Phantasiewelt. Gedanken jedoch sind nicht fähig in die geistige Welt vorzudringen, dazu sind sie zu dicht. Die Folge ist, dass sie Impulse aus ihrem innersten Kern nicht mehr richtig interpretieren können und sie von der eigenen Phantasie beherrscht werden. Und obwohl gerade diese Menschen für sich in Anspruch nehmen, Realisten zu sein, also folgerichtig denken und handeln zu können, sind gerade sie keine, denn wie widerspruchsvoll und verantwortungslos das Wirken reiner Materialisten oft ist, zeigt das tägliche Leben.
Menschen, die nach eigenen Aussagen nur das glauben, was sie sehen bezw. anfassen können, benutzen hauptsächlich nur ihr Vorderhirn, welches astrologisch durch Merkur symbolisiert wird. In der Mythologie wird Merkur als Götterbote bezeichnet, der Impulse, die die Götter den Menschen zugänglich machen wollten, diesen in unveränderter Form weitergeben sollte. Das bedeutet, dass Merkur als neutrales Gefäss betrachtet werden muss, dem keine eigene Beurteilungsmöglichkeit gegeben ist. Er neigte zwar immer wieder dazu, eigene Wege zu gehen und andere mit einer List zu täuschen, um eigenes Begehren zu stillen.
Das ausschliessliche Benutzen des Vorderhirns gleicht einer merkurischen List, die letztendlich jedoch zu unserem eigenen Schaden wird, denn das reine Verstandesdenken trennt uns mit der Zeit ganz von den feineren Schwingungen der Empfindung. Es ist mit einem Spitzensportler vergleichbar, der durch unentwegtes Training zwar seinen Körper stählt und eine Zeitlang von seiner Kraft, Schnelligkeit oder Geschicklichkeit profitiert. In Wirklichkeit schädigt er dadurch andere Körperfunktionen unbemerkt derart, dass diese später nicht mehr für ein normales Leben taugen. Genauso verhält es sich mit einem überdimensionierten Merkur. Er verhindert mit zunehmender Geschicklichkeit, dass die anderen Planeten ihr Potential voll entfalten können.
Aber auch Menschen, deren Wirken durchgeistigt ist, können mitunter nicht zwischen Gefühl und Empfindung unterscheiden, weil ihnen der Vorgang nicht bewusst ist. Sie handeln zwar oft aus der Empfindung heraus, was in den hohen Idealen, die sie irdisch umzusetzen sich bemühen, zum Ausdruck kommt, verwechseln aber diesen inneren Antrieb aus Unwissenheit mit dem Gefühl.
Man könnte sich nun fragen, ob es denn so wichtig ist, dass man das Gefühl und die Empfindung auseinander hallten kann. Die Antwort lautet eindeutig ja, denn der Mensch ist in seinem Innersten Geist, und nur der Geist bleibt nach den Wanderungen durch die Stofflichkeiten übrig. Alles andere, alle Hüllen (auch der Erdenkörper), werden abgelegt und vergehen. Nach dem irdischen Abscheiden zerfällt mit dem Erdenkörper natürlich auch unser Gehirn und mit ihm alle im Eiweiss eingelagerten Eindrücke. Spätestens mit dem Zerfall des Astralkörpers schwindet auch die Fähigkeit, Gefühle zu erzeugen. Viele Kundgebungen aus dem Jenseits bestätigen dies, indem immer wieder darauf hingewiesen wird, dass sich die Jenseitigen untereinander in einer reinen Bildersprache unterhalten. Also mit der Sprache der Empfindung.
Menschen, die während ihrem ganzen Leben vorwiegend nur ihren Verstand benutzten, finden sich drüben kaum zurecht, da sie ihre feineren Organe nicht entwickelt haben. Wie aber sollen wir zurückkehren in des Vaters Haus (Saatgedanke, Fische), wenn unsere feineren Organe nicht entwickelt sind?
Um all denen, die sich noch nie mit diesen Gedanken auseinander gesetzt haben, den Unterschied zwischen Gefühl und Empfindung deutlich zu machen, sei hier ein Beispiel angefügt, das sich leicht nachvollziehen lässt: Mit wenigen Ausnahmen ist fast die gesamte Unterhaltungsmusik, wozu auch die meisten Operetten zu zählen sind, darauf ausgerichtet, in uns irgendwelche Gefühle und Phantasien zu wecken. Nicht selten spüren wir eine innere Zerrissenheit, glauben,  das besungene Liebesleid selber zu erleben und spinnen den aufgenommenen Faden in unseren Gedanken weiter, regen unsere Phantasie an, die uns wiederum entsprechende Bilder liefert. Oft reagieren wir sogar körperlich, indem wir einen schnelleren Puls, ein Herzflattern, ein inneres Zusammenziehen oder etwas ähnliches spüren. Solche oder ähnliche Gefühlslagen können übrigens auch bei reiner Instrumentalmusik entstehen.
Ganz anders wirken etwa Kompositionen aus der klassischen Musik auf uns. Weil viele Komponisten, bewusst oder unbewusst, geistige Komponenten mit in ihre Musik woben, vermag sie uns innerlich emporzureissen, unsere Seele schwingt sich hinauf in ungeahnte Höhen, wir durcheilen Welten und fühlen ein unbeschreibliches Glücksempfinden, eine Verbundenheit mit der Schöpfung, die sich kaum in Worte fassen lässt.
Der Eindruck, der bei diesen Musikstücken entsteht, ist bei den letzteren ein Zustand von Weite, Offenheit und Idealstreben, während bei den ersteren ein unbefriedigtes Sehnen bleibt.
Dieses Beispiel soll auf keinen Fall als Wertung verstanden werden, denn es besteht nicht die Absicht, die genannten Musikarten in gut oder schlecht einzustufen. Es geht allein darum, zu zeigen, welche inneren Vorgänge sie auszulösen fähig sind. Wenn nun einige Leser anderer Meinung sind, so ist dies nicht verwunderlich und wird akzeptiert, weil ja jeder Mensch mit seinen eigenen Augen, bezw. Ohren sieht oder hört und das Ganze nur nach seinem eigenen Entwicklungstand beurteilt. Dennoch lohnt es sich, sich mit dem Thema ernsthaft auseinanderzusetzen.
In der Astrologie werden vier Entwicklungsstufen unterschieden. Auf der ersten Stufe darf es nicht wundern, wenn ein Mensch sich noch nie mit geistigen Dingen auseinander gesetzt hat und jede Möglichkeit eines geistigen Bewusstseins ablehnt. Ihm kann man nur auf derselben Stufe entgegentreten. Auf der zweiten Stufe findet man oft Schwärmertypen, die der „realen Welt“ entfliehen wollen. Ihr vermeintliches Streben nach Höherem ist häufig nichts anderes als Schwärmerei, die vom geübten Betrachter leicht zu erkennen ist, denn diese Menschen bauen sich ein Luftschloss nach dem anderen, erreichen aber weder innerlich noch äusserlich eine Veränderung ihrer Situation. Bei einigen Menschen dauert dieser Zustand das ganze Leben lang. Da auf dieser Stufe das veränderliche Prinzip herrscht, nehmen sie jedoch eher Hilfe an und sind eher bereit, an sich zu arbeiten.
Erst auf der dritten Stufe kann der eigene Wille sich in Selbstverantwortung entfalten, und erst hier kann der Geist über die Empfindung sein Wollen verwirklichen.
Astrologische Entsprechungen zu diesem Thema sind bisher in keinem Lehrbuch zu finden. Der Mond als Symbol der Seele zeigt durch seine Stellung im Horoskop zwar, aus welcher Motivation heraus wir agieren (Tierkreiszeichen) und wie die Mitmenschen uns beeinflussen (Häuser). Aber der Mond allein gibt keine Auskunft darüber, ob ein Mensch nur gefühlsmässig oder mehr durch seine Empfindung wirkt. Anhaltspunkte hierfür findet man bei Merkur und Pluto. Pluto, weil er den innersten Willen bekundet und Merkur, weil er das Gehirn und den Verstand symbolisiert. Speziell zu beachten sind hierfür die Talpunktstellungen von Pluto sowie die Stellung Merkurs und des Mondes an den Häuserspitzen. Natürlich spielt auch die gegenseitige Aspektierung eine wichtige Rolle. Diese Hinweise beruhen auf eigener Erkenntnis und erheben keinesfalls den Anspruch auf ein astrologisches Konzept. Vielmehr muss ein jeder Interessierte selber herausfinden, wie sein innerer Zustand ist und wie die Entsprechung sich im Geburtsbild zeigt. Aber wichtiger als die Ortung im Horoskop ist, dass wir überhaupt fähig sind Gefühl und Empfindung zu unterscheiden, denn das Bewusstsein über diese geistigen Vorgänge hilft uns grösseren Nutzen aus unserem Horoskop zu ziehen.
Man darf nun nicht etwa denken, dass Gefühl etwas Falsches oder Nutzloses wäre. Im Gegenteil, es gehört zu uns wie unser Körper und ist uns bei der Orientierung im Stoff von grossem Nutzen. Nur die Menschen, die keine feineren inneren Schwingungen mehr zulassen, verirren sich im Taumel ihrer Gefühle. Das Denken und Tun derjenigen, die ihre Gefühle von der Empfindung leiten lassen, ist geprägt von Veredelung, Schönheit und Besonnenheit. Sie fühlen sich dort angezogen, wo Harmonie und Friede herrscht. Das Gefühl wird ihnen zum Halt und zur Führung in der Stofflichkeit. Es wird zum unentbehrlichen, irdischen Sensor und bewahrt sie vor unnötigen Erfahrungen.
Erst wenn unser Denken vom Geist und unsere Gefühle von der Empfindung durchdrungen sind, steht uns die vierte Stufe der Entwicklung offen, und wir können voll Vertrauen auf uns selbst den Weg beschreiten, weil uns unser Gefühl nicht mehr trügt.
© Beat Roth, CH 5426 Lengnau